Der Intelligenzfaktor

Die SER Future Story


Berührung mit einer neuen Technologie

Die digitale Mobilität schreitet voran

Die Mensch-Computer-Schnittstelle – ein schrecklich technischer Begriff – wird nicht mehr alleine von Tastatur, Maus, Scanner und Kamera bestimmt sein. Bald sollen alle möglichen Geräte, Produkte und Software-Anwendungen auf Zuruf reagieren. Statt Tippen, Maus- und Touchscreen-Drücken wird die Bedienung über das einfache Rufen von Kommando-basierten Aufgaben erfolgen können. Nicht in einer technischen Sprache, sondern so, als würden wir von Mensch zu Mensch sprechen. Welche Möglichkeiten der heutige Stand des Natural Language Processing einem ECM bietet, ist Gegenstand eines gemeinsamen Forschungsprojekts vom Austrian Institute of Technology (AIT) und SER.

Das Ohr zur Maschine

Statt selbst lesen zu müssen, sagt uns die Maschine mit natürlicher Stimme, was in unserer Post oder in Dokumenten steht. Sie wird in der Lage sein, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Wir können dazu in einen Dialog mit der Maschine treten. Wir werden Fragen zu Inhalten von Dokumenten und Akten stellen, die uns die Maschine beantworten wird. Die zukünftige ECM-Software wird über die Sprachsynthese verfügen, um die richtigen Worte in verständlicher Sprache zu finden und das Gesprochene wieder in die Maschinensprache zu übersetzen.

Besonders bei mobiler Nutzung ist das ein erheblicher Vorteil. Unser Ohr wird damit zum weiteren Interface gegenüber der Maschine. Zusätzlich zu den gewünschten Dokumenten können wir Eckdaten zum Geschäftspartner, Geschäftsvorgang oder Projekt erfahren. Die nächsten ECM-Generationen werden praktisch alle diese Informatik-Fortschritte der vergangenen Jahre einschließen: das akustische Erkennen der menschlichen Sprache, das inhaltliche Verarbeiten der gesprochenen Sätze, das richtige Einschätzen des Kontextes und die Suche nach einer passenden Antwort.

Wearables

Keine Benutzeroberflächen mehr

Virtuelle Agenten benötigen im Gegensatz zum Menschen keine User-Interfaces. Benutzeroberflächen zur Datenerfassung, zum Suchen nach, zum Weiterleiten oder zur Ablage von Informationen wird es im klassischen Sinn in der Zukunft so nicht mehr geben. Wie bei Finanztransaktionen heute schon der Fall, wird der Mensch nur noch dann in den Geschäftsgang eingreifen, wenn das System Auffälligkeiten meldet oder aus der Kontrolle geraten könnte. Mit derartigen Algorithmen-basierten ECM-Systemen werden sich Geschäftsprozesse und viele Entscheidungen weitestgehend automatisieren lassen. Diese virtuellen Agenten werden sich per Plug-and-play einfach miteinander integrieren lassen. Durch die Verknüpfung der virtuellen Agenten miteinander entstehen neuartige Synthesen.

Unternehmen, beispielsweise aus dem Finanzdienstleistungssektor, deren Verwaltung schwerpunktmäßig Informationen verarbeiten, werden besonders betroffen sein. Auch unser betriebliches Rechnungswesen wird Nutznießer der KI sein. Hier fallen enorme Datenmengen an, die unter immer komplexer werdenden gesetzlichen Regelungen und strengen Compliance-Vorgaben zu verarbeiten sind.

Die nächste Devices-Ära wird eingeläutet: die der Wearables.

Durch die automatisierte Rechnungs­eingangsverarbeitung lässt sich heute bereits ein Großteil der eingehenden Rechnungen über jedwede Eingangskanäle automatisiert bis hin zur Dunkelverbuchung verarbeiten. Dieser Prozess wird sich mit aller Wahrscheinlichkeit nahezu gänzlich automatisieren lassen. Zusätzlich werden Fehler und Anomalien in den Transaktionen transparent gemacht. Wie auch schon in der Vergangenheit werden mit größter Wahrscheinlichkeit der Finanzdienstleistungssektor und das betriebliche Rechnungswesen zu den frühen Adaptoren dieser KI-basierten ECM-Systeme zählen.

Digitale Mobilität

Digitale Mobilität

Die digitale Mobilität schreitet voran: Deshalb ist es wichtig, neue Entwicklungen nicht zu ignorieren. Wie bei jedem technologischen Fortschritt müssen auch hier Rückschläge akzeptiert werden, bis dass diese Technologie für einen massentauglichen Einsatz geeignet ist. Für den Moment mögen Notebooks, Smartphones und Tablets ausreichen, mittelfristig nicht. Apple, Google und Co. läuten bereits die nächste Devices-Ära ein: die der Wearables. Dabei handelt es sich um Mini-Computer, die bei der Anwendung direkt am Körper getragen werden. Hierzu zählen Smart Glasses, Smart Watches und Kleidungsstücke und vieles mehr. Sie geben nicht nur Informationen wieder, sondern zeichnen diese kontextsensitiv über Sensoren auch auf. Ein Teil dieser Information wird direkt auf dem Gerät verarbeitet, bevor diese übertragen werden. Krankenkassen und Versicherungen experimentieren im Rahmen von Bonusprogrammen bereits heute hiermit. Solche Informationen lassen sich mit ECM nicht nur aufbewahren, Doxis4 dokumentiert auch aus Datenschutzaspekten, wer was mit den Daten zu welchem Zeitpunkt gemacht hat.

Smart Glasses

Smart Glasses (Head Mounted Display, HMD) werden neben der Sprachsteuerung und Tastatur zu einem der wichtigsten ECM-Interfaces für die Kommunikation des Menschen mit der Künstlichen Intelligenz. Sie projizieren heute Informationen ins Sichtfeld des Benutzers. In Verbindung mit Augmented Reality (erweiterte Realität) lassen sich zusätzlich virtuelle Objekte in das Sichtfeld einblenden, wodurch die reale mit der virtuellen Umgebung verschmilzt.

Smart Glasses werden neben der Sprachsteuerung und Tastatur zu einem der wichtigsten ECM-Interfaces für die Kommunikation des Menschen mit der KI.

Die Smart Glasses werden in der Industrie, im Handel, der Logistik, der Medizin oder in Handwerksberufen zum Einsatz kommen. Sie liefern dazu alle Informationen direkt ins Sichtfeld. Die Bedienung erfolgt über Sprach- und Bewegungseingaben. Durch das freihändige Arbeiten können beispielsweise Ingenieure, Mechatroniker und Techniker vor Ort bei ihrer Tätigkeit Konstruktionspläne, Wartungshandbücher etc. einsehen und lesen. Lageristen erhalten durch Augmented Reality den Weg zu einem Artikel im Lager direkt in das Sichtfeld eingeblendet. Am richtigen Lagerplatz angekommen, benötigen sie keine Handscanner mehr, da die Codes über die Kamera der Smart Glasses eingelesen werden. Währenddessen erhalten sie weitere Details der Ware angezeigt, z.B. die Verpackungseinheit, verfügbare Lagermenge oder eine Produktbeschreibung.

Holografische Illusionen

Die Projektion der Datenbrillen wird nicht für alle Anwendungsbereiche ausreichend sein. Muss sie auch nicht! Es wird möglich werden, Dokumente, Pläne etc. in hoher Auflösung auf jegliche Oberflächen zu projizieren und diese haptisch oder per Sprache zu bedienen. Selbst holografische Illusionen scheinen greifbar: Japanische Forscher haben es mit einem ultraschnellen Femtosekundenlaser geschafft, ein Hologramm in die Luft zu projizieren. Diese Femtosekundenlaser ionisieren Luftmoleküle zu einem Plasma, die daraufhin Energie in Form von Licht abgeben. So entstehen Lichtpunkte. Mit ihnen lassen sich in der Luft schwebende Bilder darstellen.

Die japanischen Forscher bezeichnen diese als Voxel, eine Begriffskombination aus Volumetric und Pixel. Mit diesem Versuch haben sie es geschafft, die bisherige Achillesferse der Hologramme zu überwinden: Das Plasmafeld konnte ohne schmerzhafte Verbrennungen berührt werden. Diese Technologie scheint kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Waren konventionelle Hologramme bislang für den Einsatz in vielen elektronischen Geräten schlicht zu groß, ist es Forschern durch spezielle Quantenmaterialien gelungen, Hologramme zehnfach flacher zu machen als bisher. Damit scheinen holografische 3D-Projektionen für Business- und Alltagselektronik in greifbarer Nähe.

Virtual Reality

Virtual Reality

Virtual Reality (VR) ist bei Computerspielen schon Alltag, im Arbeitsleben allerdings noch Zukunftsmusik. Angesichts der außerordentlichen Möglichkeiten lässt sich auch hier absehen, dass VR in den nächsten Jahren viele Arbeitsbereiche erreichen und verändern wird. Vom Entwicklungs- und Designprozess, dem Anlagen und Maschinenbau über die Gebäude- und Landschaftsarchitektur bis hin zum Training, der Wartung und Instand­haltung lassen sich praktikable Anwendungsmöglichkeiten denken. Bevor Maschinen und Anlagen gefertigt sind, kann der Berater mit dem Kunden das Objekt in der virtuellen Welt bereits betrachten und sich alle relevanten Informationen geben lassen.

Virtual Reality wird unsere globale Welt noch mehr zusammenbringen.

Vergleichbar wie bei einem Flugsimulator werden Mitarbeiter die Bedienung von Computern, Maschinen und Anlagen über VR lernen. Vor Wartung und Instandhaltung werden Techniker sich mit VR mit den Anlagen und Gebäuden vertraut machen. In all diesen Szenarien liefert ECM die erforderlichen Informationen: Trainings-, Bedienungs-, Wartungs- oder Instand­haltungs­informationen. Digitale Wartungsdokumente werden direkt bei der Arbeit dargestellt: Der heute noch übliche Gang zum Arbeitsplatz entfällt. Bei Wartungsfragen zur Konstruktion werden vorhandene Konstruktionsdokumente und -Pläne visualisiert. VR und AR unterstützen den Weg zu einer papierlosen Wartung.

Virtual Reality wird unsere globale Welt noch mehr zusammenbringen. Mitarbeiter an unterschiedlichsten Standorten und aus verschiedenen Unternehmen finden so an einem virtuellen Ort zusammen, um gemeinsam nicht nur an einem Projekt zu arbeiten, sondern ein Modell innerhalb dieses Projekts gemeinsam zu erkunden. Für ihre Gespräche an einem virtuellen Ort benötigen sie reale Informationen, die ihnen das ECM bereitstellen wird.