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Standpunkt: Weihnachtsbräuche

Warum Julnissen Ärger machen?

Dass Kinder am Nikolausabend einen Schuh vor den Kamin stellen, wissen wir seit Kindertagen. Geschmückte Weihnachts­bäume sind für uns der Inbegriff eines familiären Weihnachts­festes. Seit Martin Luther im Jahr 1535 gegen­seitige Ge­schen­ke zum Weihnachtsfest propagierte, sind diese zum Brauch­tum erhoben. Das Interesse der Kinder sollte so auf Christus anstelle der Heiligenverehrung gelenkt werden.

Obwohl wir heute viele Brauchtümer aus Gewohnheit annehmen, ist uns der kulturelle Hintergrund nicht mehr bekannt. Viele davon entstammen der vorchristlichen Zeit. Umso wichtiger ist es, uns der kollektiven und kulturellen Herkunft bewusst zu werden, wenn wir sie für nachfolgende Generationen erhalten möchten. Was für uns ganz normal, ist anderen Kulturen und Völkern fremd und umgekehrt. Ob kurios oder nicht, darüber sollten Sie selbst entscheiden.

Spanien

Sie fragen sich, was ein „Tió de Nadal“ ist? Ganz einfach: ein Baumstumpf, zwei Holzbeine, eine rote Mütze und ein lachen­des Gesicht! In Spanien ist der Weihnachtsholzklotz Tradition. Vor dem Fest von Mariä Empfängnis hält er Einzug in die Häuser. Gefüttert wird er mit Brot, Äpfeln und Kürbissen. Dazu verfügt er über eine vordere Öffnung. So gelangen die Lebens­mittel in seinen „Bauch“. Am Heiligabend stellen sich die Kinder vor „Tió de Nadal“ auf und singen das Lied Caga tió. Damit der Weihnachtsholzklotz die Geschenke rausrückt, wird er von den kleinen und großen Kindern mit Stockhieben bearbeitet.

Polen

Anders als bei uns ist die Adventszeit in Polen Fastenzeit. Erst wenn der erste Stern am Himmel auftaucht, beginnt hier traditionell das Weihnachtsessen. Als Zeichen der Gast­freund­schaft (und für den Fall eines unerwarteten Besuchs) wird immer ein Gedeck mehr aufgelegt als benötigt. Auf jedem Teller liegt eine „Oplatek“, bedruckt mit einem Bild, zumeist von einem Heiligen. Vor dem Essen wird die Oblate gebrochen und mit den anderen Familienmitgliedern geteilt. Erst nach dem Essen werden die Geschenke ausgepackt und die Familie geht geschlossen zur Mitternachtsmesse in die Kirche.

Skandinavien

Nicht-Skandinavier, die zur Weihnachtszeit die Stadt Gävle in Schweden bereisen, werden ihren Augen nicht trauen. Ein überdimensionaler Julbock ziert hier den zentral gelegenen Schlossplatz (Slottstorget). Er steht als Verkörperung des Donnergottes Thor für die jährlich wiederkehrende Frucht­barkeit der Erde (Getreidebock). Der „Weihnachtsbock“ ist in Dänemark, Norwegen und Schweden ein beliebter Weih­nachts­schmuck. Lange bevor es den Weihnachtsmann (Jultomte) gab, brachte der Julbock die Geschenke. Als weihnachtliches Symbol hat er seine Wurzeln in der germa­ni­schen Religion. Im Guinness-Buch der Rekorde ist der 13 Meter hohe Julbock zu finden. Am Ende fällt er den Flammen zum Opfer, woran sich nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen beteiligen. Auch bei britischen Buchmachern ist der Julbock sehr beliebt, wo jährliche Wetten abgegeben werden, ob der Strohbock bis Neujahr überlebt.

Die Gabenbringer sind im übrigen Skandinavien höchst bestechlich. Finden die „Julnissen” in Norwegen keine Grütze am Fenster, gibt es Ärger mit den Weihnachtswichten. In Finnland lassen sich die Kobolde mit einem Teller Reisbrei und einem Glas Bier besänftigen, bevor die Familie mit dem Weih­nachtsessen beginnen darf. Die Dänen dagegen essen ihren Reisbrei selbst. Wer Glück hat, findet die darin versteckte Mandel. Das bringt Glück im darauf folgenden Jahr.

Für alle, die noch mehr Weihnachtsbräuche kennenlernen möchten, bietet Wikipedia einen guten Überblick. Ob es den Weihnachtsmann gibt, auch dazu hält Wikipedia eine schöne Geschichte aus dem Jahr 1897 für Sie bereit. Für diejenigen, die an der Existenz des Weihnachtsmannes zweifeln, seien 24 Millionen Fotos (so oft fotografieren Deutsche den Weih­nachts­mann pro Jahr) und 84.000 Briefe an den Weih­nachts­mann (Weihnachtspostfiliale in Himmelpfort/Oberhavel) der „Beweis“.

Wir möchten uns bei Ihnen bedanken, dass Sie liebe Leserin­nen und Leser uns in 2013 die Treue gehalten haben. Dass den ECMeffect viele Tausende Leser regelmäßig lesen, freut uns besonders und zeigt uns, dass die SER mit ihrer ECM-Themenvielfalt richtig liegt.

Mit der letzten Ausgabe in diesem Jahr möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Vertrauen bedanken. Wir verzichten (auch) in diesem Jahr auf Weihnachtsgeschenke und Karten an unsere Geschäftspartner. Wir wollen spenden statt schenken! Unsere Spendenaktion hat bislang 13.000 EUR für den Förderkreis Bonn e.V. eingebracht, der sich in enger Zusammenarbeit mit den Schwestern und Ärzten der Universitätsklinik Bonn um Familien mit einem an Krebs erkrankten Kind kümmert!

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Advents­zeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und für das Neue Jahr Gesundheit, Glück und Erfolg.

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17.12.2013   Calender Standpunkt  |  SER

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