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Standpunkt: Safe Harbor

Sicherer Hafen = Wolkenkuckucksheim

Mit einem Paukenschlag hat der EuGH aufgrund einer Klage des österreichischen Datenschutz-Aktivisten Max Schrems das „Safe Harbor“-Abkommen zwischen EU-Kommission und USA aus dem Jahr 2000 gekippt.

Datenschützer feiern dies als historische Entscheidung, die dem Daten-Freifahrtschein in die USA ohne zusätzliche europäische Kontrollmechanismen ein Ende setzt. Bereits seit Jahren stand das „Safe Harbor“-Abkommen in der Kritik.

Unsicheres Fahrwasser für digitale Transformation

Die europäische Netzpolitik hat gravierenden Nachholbedarf, wenn sie mit der digitalen Transformation Schritt halten will. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Europa ist sie reine Notwendigkeit. Ein plötzliches Rechtsvakuum wie nach der aktuellen EuGH-Entscheidung darf Unternehmen nicht in unsicheres Fahrwasser drängen.

Als Anbieter oder Nutzer von Cloud-Services brauchen Unternehmen ohne „Safe Harbor“-Abkommen andere vertragliche Regelungen. Wer sich bei der Übermittlung personenbezogener Daten aus EU-Staaten in die USA noch allein auf diese Regelung stützte, muss sich jetzt schleunigst nach Alternativen umsehen wie die von der EU-Kommission frei gegebenen Standardvertragsklauseln und die so genannten Corporate Binding Rules.

Schützen Sie Ihre wertvolle Fracht

Letztlich müssen die europäischen Unternehmen für den Datenschutz selbst gerade stehen, wenn sie entsprechende Cloud-Services nutzen.

Doch nicht nur aus rechtlichen Gründen sollte mittlerweile jedes Unternehmen begriffen haben, dass der Schutz von sensiblen Unternehmensdaten ganz oben auf die Agenda gehört.

Wer Daten als den Rohstoff der Zukunft bezeichnet, kann nicht einfach mit seiner wertvollen Fracht in einen ungeprüften Hafen einlaufen wollen, nur weil sich dieser selbst als sicher erklärt hat. Ohne Kontrollmechanismen entpuppt sich der sichere Hafen zuletzt als Wolkenkuckucksheim.

Im Heimathafen besser gesichert

Die Aufbewahrung und revisionssichere Archivierung in der Public Cloud hat damit einen elementaren Rückschlag erlitten, zumal viele der renommierten Anbieter ihre Server in Staaten haben, die kein dem EU-Recht vergleichbares Schutzniveau aufweisen. Genau aus diesen Gründen – Datenschutz und IT-Sicherheit – ziehen es Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zumeist vor, ihre Enterprise Content Management-Systeme weiterhin selbst zu betreiben und ausschließlich ihren eigenen Mitarbeitern zugänglich zu machen.

In der Tat gibt es Argumente gegen die Cloud. Diese beruhen im Wesentlichen auf Bedenken, in die Abhängigkeit von externen Dienstleistern zu geraten, auf der mangelnden Transparenz bezüglich des Datenhaltungsorts und mangelnden Sicherheitsmaßnahmen. Eine gute Alternative bieten geschlossene Hosting-Umgebungen, die als Private Cloud betrieben werden können. Auch eine Verschlüsselung der Inhalte im lokalen Rechenzentrum ist ein wirksamer Schutzmechanismus bei der asynchronen Replikation in die Cloud.

Das ureigene Interesse, die Unternehmensressourcen zu schützen, lässt sich nicht auf andere Instanzen abwälzen. Besonders nicht auf Instanzen, die ganz andere Interessen verfolgen, wie die Enthüllungen von Edward Snowden gezeigt haben.

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14.10.2015   Calender Standpunkt  |  ECM, BPM & Workflow, IT & Admin

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